RadKulTour 11

Reisekurzbericht

von Olaf Raschke

über die RadKulTour 11 – Biosphärenreservat Mittelelbe-

des ADFC KV WHV

Als „neuer“ Radtourenleiter beim ADFC KV WHV war es mir ein echtes Bedürfnis, den aktiven und nichtaktiven ADFC Mitgliedern im Rahmen des ADFC KV Jahresprogramms 2011 eine mehrtägige Radtour anzubieten. Die Reise sollte die Teilnehmer in das Biosphärenreservat Mittelelbe führen. RadKulTour 11- der Name war bewußt Programm. Ich hatte es mir zum Ziel gesetzt, die Teilnehmer mit Land und Leuten der Region bekanntzumachen, ihnen die vielfältigen und hoch interessanten kulturellen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten näherzubringen und natürlich sollte bei aller Kultur auch das Radfahren nicht zu kurz kommen.

Mit diesen , meinem Anspruch, brachen am 24.August, 17 neugierige und unterschiedlich erwartungsvolle Radfreunde zu neuen Horizonten nach Sachsen-Anhalt auf. Der Schienenersatzverkehr von bzw. nach WHV, mit den damit verbundenen Einschränkungen (eigentlich Unmöglichkeit!) des Radtransports, konnte uns Reiselustige  weder aufhalten, noch die von Anfang an hervorragende Stimmung vermiesen. Fahrräder und Gepäck wurden alternativ in einem Kleintransporter verladen und direkt zum Zielbahnhof nach Dessau transportiert. Die Radfreunde konnten sich so in aller Ruhe und mit Gelassenheit dem Abenteuer der Bahnfahrt widmen und nach Eintreffen in Dessau, sich entspannt  auf die erste 20 km lange Einradeltour auf dem Elberadweg nach Wörlitz aufmachen.

 

Wörlitz und seine Parkanlagen war für uns 4 Tage lang zentrale Heimstatt. Heimstatt insofern, weil Unterkunft, Gastronomie und Kultur in Wörlitz uns Radfreunden sehr gute Bedingungen und Möglichkeiten boten. Wir alle fühlten uns vom ersten bis zum letzten Tag  sehr gut betreut und aufgehoben. Wesentlichen Anteil daran hatte unser Herbergsvater,  der Herr Kettmann, mit seiner gleichnamigen Pension. Beste Bedingungen also, um nach erlebnisreichen und kräftezerrenden Radtouren den Tag, die Tour, das Erlebte nachwirken und ausklingen zu lassen.

Die erste RadKulTour führte uns in die Lutherstadt Wittenberg. Bei einer Stadtführung,- besichtigung erfuhren wir viel Wissenswertes zur Geschichte und den Persönlichkeiten der Stadt. Wem das nicht ausreichte, der konnte seinen Wissensdurst anschließend individuell stillen. Auf Grund der extrem hohem Temperatur an diesem Tag, kamen die Radfreunde einvernehmlich überein, nach Wörlitz zurückzuradeln und nach einer Entspannungs,- Erfrischungspause noch einmal, zum gemeinsamen Abendessen ins Forsthaus an der Elbe, loszuradeln. Der gemeinsame Abend dort war einfach nur natürlich schön.

 

Die zweite RadKulTour führte uns in die andere Richtung, in die Bauhausstadt Dessau. Auch hier erfuhren wir bei einer Bauhausführung allerhand Wissenswertes zur Geschichte  und den  Persönlichkeiten des Bauhauses. Weiter radelten wir auf dem Elberadweg nach  Aken. Der Radweg ist in diesem Abschnitt im Bau und dadurch nicht immer leicht zu fahren, aber durch die landschaftlich äußerst reizvolle Streckenführung wurden wir entschädigt. Nach einer Stärkung im „Alten Fährhaus“ ging es auf der nördlichen Seite der Elbe durch eine abwechslungsreiche Gegend, auf unterschiedlichen Radwegebeschaffenheiten zurück zum Ausgangspunkt der Reise, nach Wörlitz.

 

Sonntag war kein Ruhetag! Wer wollte hatte die Möglichkeit individuell das Biosphärenreservat Mittelelbe zu erkunden. An Sehenswürdigkeiten mangelt es in dieser Gegend wahrlich nicht. Aber in der Radgemeinschaft ist es immer noch am schönsten und so radelten wir nach Süden, nach „Ferropolis“. Ferropolis  bezeichnet einen ehemaligen Braunkohletagebau, der im Zusammenhang mit der Expo 2000 in Hannover zielgerichtet rekultiviert wurde. Gestern, wie heute sind dort Tagebaugroßgeräte zu bestaunen, zu besteigen und wer Interesse hat erfährt so ziemlich alles über Braunkohle. Zurück radelten wir über das kleine Städtchen Oranienbaum mit seiner sehr aufwändig und liebevoll wiederhergestellten Schloss- und Parkanlage.

Unstrittig ist, Radfahren macht hungrig. Was stillt  Durst und Hunger zuverlässig ? Richtig: Grillen. Was lag also näher, die schönen erlebnisreichen Tage in Wörlitz im Innenhof unserer Pension gemeinsam beim Grillen ausklingen zu lassen. Zumal der nächste Tag alle Radfreunde vor eine weitere Herausforderung stellen sollte, die Radtour mit Sack und Pack immer der Elbe stromabwärts folgend von Wörlitz nach Magdeburg. Ich zolle an dieser Stelle ausnahmslos allen Radfreunden meinen Respekt vor  der erbrachten Leistung. Am Ende standen 95 km im Fahrtenheft, bei teils unangenehmen Wetter. Die Tour bot jedem unendlich viele Möglichkeiten Eindrücke zu sammeln, sei es von der Landschaft, vom Radeln oder dem Gruppenerlebnis. Fazit meinerseits: Einfach eine unvergeßlich  schöne Tour.

Mir war es wichtig, das die Radtour nicht einfach mit dem Einchecken im Hotel endete, sondern allen Radfreunden als eben unvergesslich  schöne Tour in Erinnerung bleiben sollte. Und so fand die Tour ihren angemessenen und besinnlichen Abschluß in der Gaststätte „Petriförder“, natürlich an der Elbe, wo sonst. Ein gemeinsamer Abend, um die RadKulTour 11  abschließend Revue passieren zu lassen.

Die Rückreise von Magdeburg nach WHV verlief problemlos wie die Anreise nach Dessau. Insgesamt legten wir, nach meinen Aufzeichnungen, rund 300 km zurück  bei einer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit von 13 km/h.


 Die mir gegenüber geäußerten  „Radtourkritiken“ der Teilnehmer bestätigten mir,  das die RadKulTour 11 für alle Radler ein echtes Erlebnis war und noch lange in Erinnerung bleiben wird. Somit habe ich mein Ziel erreicht. Es hat mir persönlich sehr viel Arbeit in der Vorbereitung gekostet, aber im Ergebnis sehr viel Freude und Spass bereitet. Die Planungen für die nächste RadKulTour  in die brandenburgisch- märkische Region um Potsdam/Brandenburg herum, laufen bereits. Dazu aber später an anderer Stelle mehr.

 

Euer Radtourenleiter Olaf

 

 

 

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